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Gewässerentwicklungsprojekt im Kulturland Kreis Höxter

Der Kreis Höxter ist von zahlreichen Bächen und Flüssen durchzogen. Es sind rund 1200 Kilometer Gewässerstrecke, also ungefähr die Entfernung von Höxter bis Florenz auf der Straße. Die EG-Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union verpflichtet alle Mitgliedsstaaten dazu, bis Ende 2027 die Fließgewässer in einen guten chemischen und ökologischen Zustand zu bringen.

Der Zustand von Bächen und Flüssen, deren Einzugsgebiet größer als 10 km² ist, wird regelmäßig überprüft und muss an die EU gemeldet werden. Für den Kreis Höxter sind dies 44 Gewässer mit ca. 500 Kilometer Gewässerstrecke.

Eine wesentliche Voraussetzung für einen guten ökologischen Zustand, ist eine möglichst naturnahe Gewässerstruktur. Der Windungsgrad, die Ausgestaltung der Ufer, des Umfeldes und des Gewässergrundes haben großen Einfluss auf das Fließverhalten. Neben der chemischen Qualität des Wassers bewirkt dies maßgeblich, welche Lebensgemeinschaften aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen die Bäche besiedeln. Je näher wir einer natürlichen Zusammensetzung kommen, desto besser wird der ökologische Zustand des Gewässers bewertet.

Seit 2008 arbeitet das Gewässerentwicklungsprojekt in Kooperation mit den zehn Städten des Kreises Höxter daran, die Strukturvielfalt unserer Fließgewässer zu verbessern. Für viele Gewässer liegen inzwischen "KNEFs" (Konzepte zur naturnahen Entwicklung der Fließgewässer) vor. Sie beschreiben, welche Maßnahmen genau erforderlich sind. Zum Beispiel:

  • Die Beseitigung von Abstürzen im Gewässer durch Rückbau des Auslösers (z.B. Wehre) oder Anschluss von Sohlgleiten
  • Offenlegung verrohrter Gewässerabschnitte
  • Ersatz von verrohrten Überfahrten durch Anlage von Furten
  • naturnahe Umlegung von Gewässerstrecken
  • Erhöhung der Eigendynamik, z. B. durch Uferaufweitungen, Einbau von Strömungslenkern aus Totholz und Störsteinen, Entfernung von Bauschutt und Uferverbau
  • Abgrenzung von Uferrandstreifen zur Sicherung von nicht- oder extensivier Nutzung
  • Ersatz standortfremder Gehölze durch standortgerechte
  • Lockerung von verfestigten Kiesbänken als Laichplätze für Fische
  • Bekämpfung von Neophyten (z.B. Riesenbärenklau) in Gewässernähe

Zweimal im Jahr finden Arbeitskreistreffen mit Vertretern der Bezirksregierung Detmold, der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V., der Fischerei und Landwirtschaft sowie der unteren Landschafts- und Wasserbehörde statt, bei denen abgeschlossene Maßnahmen vorgestellt und neue Maßnahmen diskutiert und beschlossen werden. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen wird vom Land NRW über die Bezirksregierung Detmold zu 80% gefördert.

In Kooperation mit dem Jobcenter stellt das Gewässerprojekt Arbeitsgelegenheiten für 12 langzeitarbeitslose Mitarbeiter zur Verfügung (sog. 1,50 €-Jobs). Sie übernehmen ausschließlich Tätigkeiten zu Verbesserung der Gewässerstruktur, die zusätzlich oder zeitlich vorgezogen sind und anderweitig nicht ausgeschrieben würden. In einem strukturierten Arbeitsumfeld erwerben die Kollegen garten-, landschafts- und wasserbauliche Fertigkeiten, die ihnen eine Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern sollen.
 


                           


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